„Ich will’s fair!

Foto Transfair

Modenschau zum „Fashion Fairday“ auf der Schildergasse. Mit einer besonderen Modenschau erregte der Verein „TransFair“Aufmerksamkeit. Über den Catwalk gingen Models in schwarzen Morph-Suits statt in Haute Couture und unterstrichen so das Motto des Tages: „Mein Lieblingsstück – ich will’s fair!“. Die Aktion wurde von den Verantwortlichen der Antoniterkirche unterstützt.

Gast des Fashion Fairdays war unter anderem die Arbeitsrechtlerin Nazma Akter aus Bangladesch. Mit elf Jahren arbeitete sie selbst in einer Textilfabrik. Heute setzt sich die 43 Jährige mit ihrer Stiftung für Arbeiter- und Frauenrechte in der Bekleidungsindustrie ein: „Wir sind keine Billigarbeitskräfte, wir sind qualifizierte Fachkräfte, wir verdienen Respekt und Würde.“ Johanna Pulheim, Referentin für kommunale Entwicklungszusammenarbeit, unterstützte im Namen der Stadt Köln den Fashion Fairday.

Fairer Handel auch für Kleidung

„Bei Kaffee, Bananen oder Rosen haben Verbraucher Fairtrade auf dem Radar“, sagte TransFair-Vorstandsvorsitzender Dieter Overath. „Bei Kleidung ist das noch anders: Hier steckt der faire Handel noch in den Kinderschuhen. Am Fashion Fairday zeigen wir deshalb einerseits: Faire Mode steht konventioneller Mode an Style in nichts nach. Auch der Preis muss nicht deutlich höher sein, weil die Margen der Markeninhaber stärker ins Gewicht fallen als die Löhne der Arbeiterinnen. Deshalb fordern wir: mehr Fairness in die Lieferkette und damit mehr faire Mode in den deutschen Handel!“

Würde und Respekt

Nazma Akter arbeitete selbst als junges Mädchen in einer Textilfabrik. Heute setzt sie sich als Gewerkschafterin und mit ihrer Stiftung für bessere Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie ein. In Köln sagte die Arbeitsrechtlerin: „Benötigt werden existenzsichernde Löhne, anständige Lebensbedingungen, sichere Unterkünfte, Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Tarifverhandlungen, mehr Problembewusstsein, Bildungsangebote für Kinder, Gesundheitsversorgung und bessere Ernährung. Wenn diese Rechte eingehalten würden, könnte das unsere Branche und die gesamte Arbeitskultur so sehr verbessern.“ Besonders Frauenrechte liegen ihr am Herzen. Die meisten Beschäftigten in den Textilfabriken sind weiblich: „Wir müssen das Denken von Marken, Kunden, Fabrikbesitzern und Konsumenten ändern, dass Frauen nicht billig sind, sondern Würde und Respekt verdienen.“