Zweite Folge der „Kölschen Heimat“

Foto Kölsche Heimat

Prall gefüllte Musik-Wundertüte überrascht mit ganz neuen Klangfarben. In der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln wurde die zweite Folge des Musikprojektes „Kölsche Heimat“ vorgestellt. Die CD enthält 17 Titel. Musiker unterschiedlicher Stilrichtungen haben sich auf ungewöhnliche musikalische Experimente eingelassen.

Es sind erstaunliche Paarungen entstanden: Die Bands Kasalla und Kent Coda verbinden kölsche Rockmusik mit türkischsprachigem Folkpop. Das Quartett Tamoko um den Jazzpianisten Simon Seeberger gibt gemeinsam mit Biggi Wanninger, Sängerin und Präsidentin der Stunksitzung, dem Bläck-Fööss-Titel „Kleine Saache“ eine völlig neue Klangfarbe. Die Höhner und die Imis mit Carolin Kebekus setzen „der Gäng“ ein musikalisches Denkmal.

Ungewohnte Kombinationen

Da muss man erst mal drauf kommen. Eingefallen ist das Helmut Frangenberg, Redakteur des Kölner Stadtanzeigers. Er ist der künstlerische Kopf und Leiter der „Kölschen Heimat“ und hat für die Begegnungen das kölsche Motto „Jesellijes Jemölsch“ gewählt. Dahinter steckt ein buntes Wechselspiel von Musikrichtungen und Generationen. Es geht darum, durch ungewohnte Kooperationen neue Lieder entstehen zu lassen. Oder eigene oder fremde Titel neu zu interpretieren. In den 17 Titeln verbinden sich das traditionelle Heimat- und Volkslied mit Jazz, Country- und Weltmusikklängen sowie mit Hip-Hop- und Rap-Sound.

Jupp Schmitz im Original

Bei der Vorstellung der CD traten mit den Kölsch Cats, Miljö und dem Kölschen Rattepack mit Andrea Schönenborn einige der beteiligen Bands auf. Für den emotionalen Höhepunkt sorgte das J. P. Weber Trio. Die Musiker waren gemeinsam mit Jupp Schmitz zu hören. Kein Spuk aus dem Jenseits. Jörg P. Weber hat den Titel „Im Wartesaal“ aus dem Jahr 1991 neu arrangiert und die Original-Aufnahme mit dem Gesang von Schmitz eingebunden. Diese Aufnahme stammt von dem Brauchtums-Experten Reinold Louis. Er hat die musikalische Rarität seinerzeit im Wohnzimmer von Jupp Schmitz mitgeschnitten und erst 25 Jahre später öffentlich gemacht.

Plötzlich ein Krätzchen

Die ungewöhnlichste Überraschung aus der Musik-Wundertüte sind drei Herren, die zuvor wohl kein Musikexperte als Trio auf der Rechnung hatte. Wolfgang und Bernd Löhr, die „Zwei Hillije“, sind mit Rock’n’Roll-Schwergewicht Jürgen Zeltinger im Studio gewesen. Der Zeltinger-Titel „Sommer, Sonne. Herzinfarkt“ von 1982 mutiert auf der CD über 30 Jahre später von Punkrock zu einem waschechten Krätzchen. Die „Kölsche Heimat“ (Folge 1 und 2) gibt es als kostenpflichtigen Download.

www.koelscheheimat.de