Köln entdeckt Jacques Offenbach wieder

Plakat zur Aufführung in der Volksbühne zu Ehren Jacques Offenbachs.

Seit ein paar Monaten gibt es die Kölner Offenbach-Gesellschaft.


Viele eingängige Melodien von Jacques Offenbach kennt man. Dazu zählen die schmissigen Cancan aus Orpheus in der Unterwelt oder die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen. Den  Komponisten Jacques Offenbach und sein Leben kennen wenige. Als „Vater der Operette“ machte er in Paris Karriere. Geboren wurde er indes am 20. Juni 1819 als Jakob Eberst in Köln. Später änderte der Vater den Familiennamen in Offenbach. Leider schenkte Köln seinem berühmten Sohn bislang nur wenig Beachtung. Lediglich der Platz vor dem Opernhaus, das gerade saniert wird, trägt seinen Namen.

Offenbachstadt Köln

Anders als beispielsweise Beethoven für Bonn, ist Offenbach für Köln kein Aushängeschild. Das möchten die Mitglieder der im Dezember 2015 gegründeten Kölner Offenbach-Gesellschaft ändern. Der weltberühmte Komponist soll auch in seiner Heimatstadt die Wertschätzung erfahren, die ihm gebührt. „Offenbachstadt Köln“ soll über die Grenzen Kölns einen guten Klang bekommen.

Wunderkind vom Griechenmarkt

Jacques Offenbach wächst im damaligen Kölner Judenviertel  am Großen Griechenmarkt auf. Mit sieben Jahren lernt er Geige und entdeckt mit neun Jahren seine Leidenschaft für das Cello. Noch als Kind erlebt er die Anfänge des Kölner Karnevals als 1823 der erste Rosenmontagszug stattfindet. Beim Kölner Theatermusiker und Karnevalskomponisten Bernhard Breuer lernt er die Musik des Karnevals kennen. Gemeinsam mit seinen Geschwistern und dem Vater zieht er durch die Gaststätten der Kölner Altstadt und Caféhäuser und spielt Tanzmusik, um Geld zu verdienen.

Karriere in Frankreich

Jakob Offenbach war 14 Jahre alt, als ihn seine Eltern nach Paris aufs Konservatorium schickten. Dort reifte er zu einem  Cello-Virtuosen heran und wurde später ein gefeierter und einflussreicher Komponist. Seinen Namen änderte er von Jakob in Jacques. Frankreich wird sein Lebensmittelpunkt.

Oper nach Offenbachs Tod

Der Komponist hinterließ annähernd 650 Werke. Nur ein Viertel davon ist bekannt. Offenbach zog sich 1880 schwer erkrankt  nach Saint-Germain-en-Laye zurück, um an seiner Oper zu arbeiten. Er stirbt am 5. Oktober 1880 mit 61 Jahren in Paris, ohne die Oper vollenden zu können. Es gab eine große Trauerfeier in der Pariser Kirche La Madeleine, Jacques Offenbach ist auf dem Montmartre-Friedhof beerdigt. Sein Sohn beauftragte Ernest Giraud mit der Vollendung von „Hoffmanns Erzählungen“. Ein Jahr nach dem Tod von Jacques Offenbach findet die Uraufführung von „Hoffmanns Erzählungen“ an der Pariser Opéra Comique statt.

Ich, Offenbach

Am 9. September 2016 gibt es ab 20 Uhr einen musikalischen und launigen Abend über das Leben des Kölners Jacques Offenbach in der Volksbühne am Rudolfplatz. Vorlage ist das Werk von Alphons Silbermann „Ich, Offenbach — Das  imaginäre Tagebuch des Herrn Jacques Offenbach.