Honig für Kardinal Woelki

Foto: Kardial Woelki und Imker Methin im Garten.

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat eigene Bienenstöcke im Garten.

Die Gäste trafen sich im Erzbischöflichen Priesterseminars an der Kardinal-Frings-Straße. Seit gut einem Jahr ist Erzbischof Rainer Maria Woelki Besitzer von drei Bienenstöcken. Nachdem die Damen im ersten Jahr etwas fremdelten und es keinen Honig gab, kann Imker Frank Methien diesmal den Schleudergang anwerfen.

Bienen eher weltlich

Frank Methien ist Feuerwehrmann von Beruf. Als Hobby- und Nebenerwerbsimker betreut er mehrere Bienenvölker im Stadtgebiet. Auch die etwa 90 000 Erzbischöflichen. Mitten in der Stadt finden die Bienen einen reich gedeckten Tisch. Treffen ihre Kolleginnen auf dem Land häufig auf Monokulturen wie Rapsfelder, dürfen die Städterinnen von den Blüten der Kastanien, Akazien, Linden, Robinien und unzähligen Blumen naschen. Die Bienen im erzbischöflichen Garten unterscheiden sich von ihren weltlichen  Kolleginnen nicht. „Ich glaube, die sind nicht besonders fromm. Ich habe jedenfalls nicht versucht, sie zu bekehren“, sagte Kardinal Rainer Maria Woelki beim Ortstermin an den Bienenstöcken.

Waben-Anstich

Sein Erstkontakt mit dem Honig war sehr handfest. Frank Methien hielt dem Erzbischof eine prall gefüllte Wabe hin und ermunterte Woelki zum Praxistest. Der Kardinal zögert nur einen Flügelschlag lang, dann taucht er den Zeigefinger in die Wabe, schaut kurz, ob eine  Biene angedockt hat, und schleckt dann rasch den Honig vom Finger.

140 Kilo erwartet

„Sehr lecker. Den würde ich mir am liebsten sofort aufs Brot schmieren.“ Sollte sich schon in Kürze machen lassen. Auf etwa 140 Kilo Honig schätzt Frank Methien die Ernte, die in mehreren Etappen abläuft und bis Anfang August dauert. Die Hälfte bekommt der Erzbischof, die andere Hälfte behält der Imker. Rainer Maria Woelki wird seinen Anteil nicht komplett selbst verfrühstücken. „Das ist doch ein tolles Geschenk für Gäste“, kündigte der Kardinal an. Auch als Mitbringsel zum Beispiel für Papst Franziskus beim nächsten Besuch in Rom.

No-Name im Glas

Die ersten Honiggläser sind No-Name-Produkte, es fehlt noch ein griffiger Name. „Klosterhonig“ soll er auf jeden Fall nicht heißen“, sagte Woelki, „wir sind hier ja nicht im Kloster“. Die gedankliche Verbindungslinie  der 90 000 Bienen ins Klösterliche ist in der Tat eher dürftig. Die drei Völker gehören zur Rasse der Buckfastbienen. Der Name geht auf den Benediktinermönch Bruder Adam im englischen Kloster Buckfast zurück. Dort werden die Bienen seit 100 Jahren gezüchtet.