„Sergan“ tigert durchs Außengelände

Foto Tiger

Der Sibirische Tigerkater lebt seit Anfang Dezember im Kölner Zoo. Er stammt aus dem Zoo Hodonin in der Tschechischen Republik. Seit etwa zwei Wochen ist er regelmäßig vormittags auf der Außenanlage zu sehen. „Sergan“ wurde im Mai 2015 in Hodonin geboren. Dort lebte er mit seinem Bruder und den Eltern zusammen, bevor er nach Köln kam. Er hat sich schnell eingelebt und kommt auf Zuruf der Pfleger verlässlich von der Außenanlage in seinen Stall.

Momentan hat er noch großen Respekt vor seiner Mitbewohnerin, der 12-jährigen Tigerkatze „Hanya“. Der Zoo hält die beiden daher noch voneinander getrennt. „Hanya“ hat bereits zwei Würfe in Köln aufgezogen. Sie darf gemäß den Regeln des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nicht mehr züchten, da ihre Blutlinie im Programm sonst überrepräsentiert wäre. Der Kölner Zoo wird deshalb Verhütungsmittel anwenden, um sie gemeinsam mit „Sergan“ auf der Außenanlage laufen lassen zu können. Später soll „Sergan“ eine andere Partnerin bekommen.

1940 nur noch etwa 50 Tiere

Der Sibirische Tiger, auch Amur-Tiger genannt, kommt im Amur- und Ussuri-Gebiet des russischen Fernen Ostens, nahe der Hafenstadt Wladiwostok vor. Nach einem katastrophalen Rückgang dieser Tiger-Unterart auf nur noch etwa 50 Tiere im Jahr 1940 haben sich die freilebenden Bestände durch konsequente Schutzmaßnahmen durch die russische Regierung wieder auf rund 400 erhöht. Auch im angrenzenden Nordostchina erholen sich dadurch die Bestände des Amur-Tigers langsam. Ihnen droht aber, wie allen Tigern weltweit, weiterhin die Ausrottung durch Lebensraumzerstörung, Bejagung ihrer natürlichen Beute und – vor allem – der Wilderei zur Verwendung in der traditionellen chinesischen Heilmedizin. In letzterer wird jedem Körperteil des Tigers heilende Wirkung zugesprochen.

Bestand wieder gestiegen

Inzwischen schätzt man den Gesamtbestand freilebender Tiger auf nur noch etwa 4000 Tiere. Zoos leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiger durch koordinierte Zuchtprogramme. Dazu zählt zum Beispiel das seit 1985 ins Leben gerufene Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). In ihm werden momentan 280 Amur- Tiger in 90 Haltungen koordiniert.

Im Kölner Zoo Publikumslieblinge

Amur-Tiger sind Publikumsmagneten im Kölner Zoo und gehören zu den Lieblingstieren der Besucher. Der Kölner Zoo hat vergangenen April eine Initiative gestartet, um das Großgehege noch naturnaher zu gestalten – und gleichzeitig Schutzprojekte für die letzten rund 550 in freier Wildbahn lebenden Amur-Tiger zu fördern. Der Zoo hat dafür mit dem WWF eine in dieser Form neuartige Artenschutzkooperation vereinbart. Herzstück ist das „Team Tiger Köln“. Der monatliche Mitgliedsbeitrag ab 15 Euro kommt der  Projektarbeit von WWF und Zoo zugute: In Köln soll die Tigeranlage modernisiert werden. Parallel dazu werden Schutzmaßnahmen für Amur-Tiger im chinesisch-russischen Grenzgebiet unterstützt.