Die pfeilschnellen Brüder

Foto Geparden

Sie können in vier Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer  beschleunigen. Mindestens ebenso schnell haben sie sich in ihrem neuen Gehege eingelebt: „Duma“ und „Kito“, das im Frühjahr aus Wien in den Kölner Zoo gezogene, zweijährige Geparden-Brüderpaar, ist rasch am Rhein heimisch geworden.

Das Porsche Zentrum Köln übernimmt die Patenschaft für „Duma“. „Elegant, schnell, geradlinig und mit imposanter Beschleunigung: Es gibt einige Gemeinsamkeiten bei Geparden und unseren Porsche Modellen. Da lag es für uns nahe, die Patenschaft für dieses eindrucksvolle Tier zu übernehmen“, so Markus Kemp, Geschäftsführer des Porsche Zentrums Köln. Teil des Engagements des Porsche Zentrums für die Kölner Geparden ist außerdem die Finanzierung einer innovativen Laufanlage. Sie wird voraussichtlich 2017 installiert.

Sprintanlage

Dabei wird mit Hilfe von Seilscheiben und Umlenk-Rollen ein Kurs abgesteckt und ein Köder – etwa ein Stück Stoff – an einem Seil über die Anlage bewegt. Der angeschlossene Motor erlaubt Geschwindigkeits- und Richtungsänderungen. „Duma“ und „Kito“ werden dadurch zum Jagen animiert. Am Ende erhalten sie als Belohnung ein Stück Fleisch. „Die Geparden bei dieser ,Sprinteinheit‘ zu beobachten, ist spektakulär.“, sagt Christopher Landsberg, Vorstand des Kölner Zoos.

Tiefe Brust und Wespentaille

Geparden sind die schnellsten Läufer unter den Säugetieren. Ihr ganzer Körperbau, mit der tiefen Brust, der Wespentaille und der nach oben und unten höchst biegsamen Wirbelsäule, ist auf kurze, enorm schnelle Sprints ausgelegt. Als Höchstgeschwindigkeit wurden 102 km/h gemessen. Diese können sie über 300 bis 350 Meter halten.

Stark gefährdet

Der Bestand wildlebender Geparden ist stark dezimiert. Waren sie in Asien früher bis Indien verbreitet, leben sie heute nur noch im Iran. Die dortige Population wird auf 80 erwachsene Tiere geschätzt. Auch in Afrika ist das Verbreitungsgebiet stark zurückgegangen. Grobe Schätzungen gehen hier von 6.700 Individuen aus. Sie leben in rund 90 Populationen in Savannen, im Buschland und in wüstenartigen Regionen. Hauptgründe für den Rückgang sind die Jagd auf Geparden selbst und deren Beutetiere – kleinere Antilopen und Gazellen. Hinzu kommt der Verlust von Lebensraum durch menschliche Nutzung.

Jungs sind sozialer

Die Weibchen sind Einzelgängerinnen. Sie werfen bis zu acht Jungtiere, meist aber nur vier. Nur ein geringer Prozentsatz überlebt. Jungtiere verlassen im Alter von 13 bis 18 Monaten die Mutter. Schwestern ziehen noch mehrere Monate gemeinsam umher, bevor sie sich trennen und sich in einem Gebiet niederlassen. Männliche Geparden sind sehr viel sozialer. Meist bleiben Brüder zusammen, so wie es bei „Duma“ und „Kito“ der Fall ist. Der Kölner Zoo hält nur männliche Tiere als Botschafter ihrer bedrohten Artgenossen im natürlichen Lebensraum.