Römisch-Germanisches Museum wird Baudenkmal

Foto RGM

Das Römisch-Germanische Museum (RGM) wird aufgewertet. Das 1974 eröffnete Gebäude im Schatten der Südfassade des Domes ist nach dem Museum für Angewandte Kunst erst das zweite Kölner Museum das unter Denkmalschutz gestellt wird. Für die Entscheidung waren mehrere Gründe ausschlaggebend.

„Das Gebäude ist städtebaulich bedeutend. Es bildet eine klare Linie zur gotischen Kathedrale und ist ein sauberes Pendant zum gegenüberliegenden Hotelbau aus dem Jahr 1893“, sagte Stadtkonservator Thomas Werner.  „Die Schatzkammer zur antiken und frühmittelalterlichen Geschichte“, wie Museumsdirektor Marcus Trier das RGM bezeichnet, sei zudem ein Beispiel gelungener Museumsdidaktik. Die Sammlung sei ein herausragender Teil der Stadt- und Landesgeschichte. Eine Geschichte, die ständig fortgeschrieben werden müsse, da immer neue Fundstücke auftauchten. Allein der aktuelle U-Bahnbau habe bereits mehr als 2,5 Millionen Objekte ans Tageslicht befördert.

Sicher ist sicher

Der Zeitpunkt der Unterschutzstellung ist vor allem mit Blick auf den geplanten Bau der „Historischen Mitte“ zu verstehen. Der Bereich neben dem RGM soll ein völlig anderes Gesicht bekommen. Auf einer Fläche von etwa 14 000 Quadratmetern sollen Neubauten für das Stadtmuseum, für die Verwaltung des RGM und das Kurienhaus (dessen Bau an gleicher Stelle wird abgerissen) entstehen. Der Architektenwettbewerb ist entschieden, aber ob tatsächlich gebaut wird, ist offen. Noch ist nicht klar, wie teuer das Ganze werden und woher dieses Geld kommen soll. Die Rolle des Römisch-Germanischen Museums in diesem Planspiel ist klar. Das Haus soll als Solitär, also als frei stehendes Gebäude, erhalten bleiben. Das legt auch die Ausschreibung zur „Historischen Mitte“ so fest. Dennoch gab es einen Entwurf, der sogar den Abriss des Museums vorsah. In anderen Plänen rückten die Neubauten dem Haus sehr nah auf die Pelle. Als Baudenkmal steht das Gebäude auf deutlich sichererem Boden.

An Januar 2018 geschlossen

Die aktuelle Situation des RGM offenbart zwei höchst gegensätzliche Aspekte. Laut Museumsdirektor Trier  besuchten das Haus in den zurückliegenden 43 Jahren deutlich mehr als 20 Millionen Gäste. Diese  gut vier Jahrzehnte sind an dem Gebäude aber nicht spurlos vorrübergegangen. Das Projekt Generalsanierung startet im Sommer. Am 1. Juli werden die Objekte nach und nach in Ausweichdomizile gebracht. Die „RGM-Stars“ wie das Dionysos-Mosaik, das Grabmonument des Poblicius oder der Steinbogen des Nordtors mit dem Stadtnamen CCAA werden nicht bewegt, sondern an Ort und Stelle gesichert. Ein Teil der Sammlung geht auf Wanderschaft. Wohin genau die Reise unter dem Motto „RGM on Tour“ geht, mochte Trier noch nicht sagen. Sicher ist, dass die Sammlung Diergardt mit den einzigartigen Goldschmiedearbeiten als erste aus der Dauerausstellung genommen wird. Ab Januar 2018 bleibt das Museum für etwa drei Jahre geschlossen.